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«Von Liebesglück und Herzeleid»

Drei lyrische Zyklen von Gottfried Keller

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Elisabeth Lott-Büttiker

Gottfried Kellers Siebenundzwanzig Liebeslieder, seine Gedichtreihe Von Weibern und die Gaselen umspielen das Thema der Liebe immer neu, aber je anders. Die drei Zyklen bezeugen die Experimentierfreude und Produktionslust des jungen Dichters und Autodidakten, der, nach literarischen Mustern suchend, bei Klassikern, Romantikern und Jungdeutschen Anleihen macht, gewandt die Volkslieddichtung imitiert und sich zur Abwechslung in orientalischen Strophenformen übt. In dieser an Variation reichen Poesie ist manche Gestalt der späteren Epik Kellers ansatzweise zu erahnen. Dazu kommt, daß der Zürcher, immer wieder durch eigene Liebeserfahrungen zum Reimen angeregt, nicht nur Erlebtes verdichtet, sondern auch dichtet, um zu erleben: Die Lyrik eröffnet dem in Liebessachen mehrfach Enttäuschten nämlich die Möglichkeit, sein persönliches «Herzeleid» zu verarbeiten und so zu bewältigen; gleichzeitig erlaubt sie ihm, ein erträumtes und damit irreales «Liebesglück» in phantastischer Weise auszukosten.
Aus dem Inhalt: Textgeschichte der Siebenundzwanzig Liebeslieder, der Alten Weisen und der Gaselen - Literarische Vorläufer - Volkslieddichtung und Gaselentradition - Über Kellers Epigonentum - Ausführliche Interpretation der drei Zyklen vor dem Hintergrund des Gesamtwerks und unter Berücksichtigung der Dichterbiographie.