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Das religiöse Kinderlied des 19. Jahrhunderts - ein Ausdruck seiner Zeit

Beobachtungen am Liedgut im deutschsprachigen reformierten Raum der Schweiz

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Christoph Suter

In den religiösen Kinderliedern des 19. Jahrhunderts zeigen sich die verschiedenen Kräfte, welche das gesellschaftliche Leben dieser Zeit prägten. Die Landeskirchen versuchten, den Kindern in Abgrenzung zu den alten Psalmmelodien neue Choräle vertraut zu machen. Die liberal geführten Schulen schufen einen eigenen Typus des religiösen Liedes. Die Sonntagschulen brauchten Lieder, um auf Jesus Christus als den Retter der Seelen hinzuweisen. Die bürgerliche Familie übernahm schliesslich das neu geschaffene Liedgut, stellt es aber in den Dienst privater Frömmigkeit.
So spiegeln sich in den religiösen Kinderliedern die verschiedenen Kräfte, welche das 19. Jahrhundert prägten. In vier Kapiteln beschreibt der Autor diese spannungsreiche Auseinandersetzung. Er stellt sich dabei kompetent kirchengeschichtlichen, hymnologischen und musikdidaktischen Fragen, und er gibt so reichen Einblick in die bürgerliche Gesellschaft des letzten Jahrhunderts, in ihre wirtschaftlichen Gegebenheiten, in ihre Religiosität und in ihr Menschenbild.