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Aus dem Alltagsleben einer Frankfurter Goethe-Freundin

Unveröffentlichte Briefe der Anna Elisabeth Schönemann geborene d'Orville an ihre Tochter Lili in Strassburg (1778-1782)

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Jules Keller

Gibt es eine ersprießlichere Methode, um nützliche Informationen über das Alltagsleben eines Einzelnen an einem bestimmten Ort und zu einem gewissen Zeitpunkt einzuziehen, als die Berichte zu befragen, die er uns selbst davon liefert? Die hier veröffentlichten Briefe scheinen uns eine triftige Antwort auf diese Frage zu erteilen. Durch die Vermittlung einer Fülle von anekdotischen Einzelheiten zeigen sie uns Tag für Tag und in seiner Intimität das Leben des wohlhabenden Frankfurter Handelsbürgertums und insbesondere das der mehr oder minder integrierten Kolonie der Hugenotten französischer Herkunft.
Der Bericht über die Begegnungen unserer Briefschreiberin mit Goethe stellt für den Literaturhistoriker selbstverständlich einen Höhepunkt in dieser Korrespondenz dar. Letztere verleiht dem Bild der «Goethezeit» einen Zusatz von Kolorit und Leben.
Es darf jedoch nicht vergessen werden, daß diese Briefe vor allem Zeugnisse einer Frau ihres Jahrhunderts sind, einer Mutter und ihrer sehnsüchtigen Liebe zu ihrer Tochter, Zeugnisse auch der Empfindsamkeit in einer von Rationalismus geprägten Zeit.
Die Briefe sind in der französischen Originalsprache wiedergegeben. / Ces lettres sont présentées en français, dans la langue originale.