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Die Strukturforschung in der Klassischen Archäologie

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Hans-H. Wimmer

Zur Zeit des Positivismus war die Archäologie als «monumentale Philologie» definiert, die antiken Denkmäler wurden als Illustration der antiken Texte betrachtet. Als Reaktion auf diese Verkürzung besann sich die Archäologie auf ihre bis Winckelmann zurückreichende Tradition als «Kunstarchäologie». «Strukturforschung» heißt eine Richtung der deutschsprachigen Klassischen Archäologie, die sich in diesem Rahmen in den 1920er Jahren entwickelte und etwa vierzig Jahre wirkte. Sie substituierte Riegels «Kunstwollen» durch «Struktur». In der Betonung der «Form» des Kunstwerks ging sie besonders weit. Die Strukturforschung öffnete sich gegenüber den Bestrebungen der «Einheitswissenschaft», sie gebrauchte einen konstruktivistischen Wahrheitsbegriff. Es werden die vier Hauptvertreter dieser Denkweise besprochen, darunter Guido Kaschnitz von Weinberg, Ehemann der bekannten Dichterin Marie Luise.
Aus dem Inhalt: Strukturtheorien in den 1920er Jahren. Folgen einer Ehe: Strukturforschung und Dritter Humanismus. Von den zwei Wurzeln des Begriffs «Kunstwollen» und was daraus erwächst. Analyse der «Form»: Via regia oder Sackgasse? Autopsie der Strukturforschung: Warum hat sie nur während der Dauer einer Generation bestanden? Die Arbeiten der Strukturforscher werden im einzelnen besprochen und hinterfragt.