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Bambocciade

Bild und Abbild des römischen Volkes im Seicento

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Uta Piereth

Die Bambocciade, kleinformatige Gemälde meist in oder bei Rom verorteter Volksszenen, sind Thema dieser historischen Untersuchung, die ikonologische mit sozial- und mentalitätsgeschichtlichen Fragestellungen verknüpft: Welches Bild vom Volk wird hier warum und für wen entworfen, welche Raster der Wirklichkeitserfassung stehen dahinter? Wie läßt sich der früh bezeugte Erfolg dieses Genres bei der römischen Oberschicht erklären, das nur scheinbar ein «realistisches» Bild des römischen Volkes entwirft? Was sagen die Bilder über Wünsche, Ängste und Einstellungen der Käufer gegenüber der dargestellten Unterschicht aus? In ihren historischen, staats-, literatur- und kunsttheoretischen Kontext eingebettet, lesen sich die Werke als eine mentalitäts- und kulturgeschichtliche Quelle ersten Ranges, die das Bild aufscheinen läßt, das sich eine soziale Elite von den unteren Lagen der Gesellschaft machte: das Volk als animalische, der Leitung bedürfende, an sich gutmütige, aber auch doppelgesichtige, potentiell bestialische Kreatur.
Aus dem Inhalt: Bambocciade, also römische Genreszenen, als Spiegelung einer elitären Auffassung vom Volk, schwankend zwischen Verachtung, idyllisch-verklärender Vision und Angst.