Show Less
Restricted access

Die totale Erinnerung

Sicherung und Zerstörung kulturhistorischer Vergangenheit und Gegenwart in den modernen Industriegesellschaften

Series:

Marion Schulz

Die Diskussion um die Bedeutung von modernen Informations- und Speichermedien für die Bewahrung, Zerstörung bzw. veränderte Wahrnehmung kultureller Phänomene wird zunehmend auch in der Germanistik geführt. Die sich ständig erweiternden und erneuernden Möglichkeiten der digitalen Bestandssicherung unseres literarischen Erbes führen u.a. zu Fragen wie: Inwieweit modifiziert die retrospektive Sicherung der kulturellen Vergangenheit beispielsweise den kulturellen Kanon? Welchen Wandel der Rezeption ermöglichen die neuen Medien? Wie gehen wir mit den Datenmengen aus Vergangenheit und Gegenwart um, und wie sichern wir die gegenwärtigen Kulturen sinnvoll für die zukünftige Erforschung von Entwicklungszusammenhängen und -ursprüngen? Dabei geht es auch um die Frage nach der inzwischen selbstverständlichen - meist aber nachträglich zu vollziehenden - Integration der Frauen in kulturelle Prozesse.
Da die Neuen Medien erstmals die Möglichkeit bieten, alles (Un-)Sinnige aufzubewahren, ist es wichtig, den Bereich der Theorienbildung zu fördern und den Diskurs über die moderne Informationsgesellschaft interdisziplinär zu führen. Dazu kamen am 26., 27. und 28. September 1996 in Bremen Medientheoretiker, Literaturwissenschaftler, Museumsfachleute, Bibliothekare und Lexikographen zusammen. Der vorliegende Band dokumentiert ihre Vorträge.
Aus dem Inhalt: Literaturwissenschaftliche Grundlagenforschung: Ihre Chancen und Probleme - Der Traum von der Bibliothek von Alexandria: Zur Beziehung von Internet, Neuer Medien und Gedächtnis - Cherchez la femme: Schriftstellerinnen und kulturelles Gedächtnis - Zur Kritik der elektronischen Vernunft: Daten, Speicher und Historiographie.