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Sämtliche Werke

Abteilung II, Politik, Band 33 – Politische Tätigkeit im Preußischen Abgeordnetenhaus 14. Februar 1870 bis 13. Dezember 1874 sowie dazugehörige Dokumente. Herausgegeben von Christian Andree

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Christian Andree

Der Band umfaßt den Höhepunkt des «Kulturkampfes». Nach dem siegreich beendeten Krieg gegen Frankreich versuchten Bismarck und Virchow gemeinsam das neue deutsche Reich innerlich wie äußerlich zu stabilisieren. Auf Grund historischer Erfahrungen (Canossa¿) hatte man Angst vor einem Staat im Staate - in Gestalt der katholischen bzw. der evangelischen Kirche. Das Ergebnis waren rein staatliche, zivilrechtliche Personenstandsgesetzgebungen. Am 17. Januar 1873 prägte Virchow in der Diskussion um das Gesetz zur «Vorbildung und Anstellung von Geistlichen» den Begriff des «Kulturkampfes», wie man ihn von da ab verstand. Der «Kulturkampf» war längst kein preußisches Phänomen mehr, sondern eine gesamteuropäische Erscheinung geworden. Die Auswirkungen des «Kulturkampfes» werden in den späteren Reden deutlich.
Die Vielfalt der von Virchow darüber hinaus in diesem Band behandelten Themen bleibt erstaunlich. Sie reicht von der Herausgabe der Ergebnisse der ostasiatischen Expedition Preußens bis zur Reorganisation des Gesundheitswesens und der Finanzierung von Universitäten bzw. Museen. Ein wichtiges Thema bleibt die persönliche Verantwortlichkeit von Militärbefehlshabern, aber auch die Einrichtung eines polnischen Lehrstuhls an der Universität Berlin, die Berg-, Hütten- und Salinenverwaltung und die Kontrolle der Staatsausgaben durch den Vorsitzenden der Budgetkommission Virchow.
Als Textvorlage dienen die stenographischen Parlamentsprotokolle, sowie viele eigenhändige Redekonzepte und Wahlreden Virchows, die sämtlich ungedruckt waren.