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Hans Magnus Enzensbergers produktionsorientierte Moral

Konstanten in der Ästhetik eines Widersachers der Gleichheit

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Martin Fritsche

Das Selbstverständnis des Publizisten Hans Magnus Enzensberger im Wechselspiel von Sekundärliteratur und Kritik ist Gegenstand dieser literaturgeschichtlichen Untersuchung.
Nicht nur historische Allgemeinplätze, sondern auch das verbreitete Vorurteil, Enzensberger schreibe politisch verantwortungslos und inkonsequent, werden dabei als unhaltbar entlarvt.
Im Zentrum stehen die Kategorien und angeblichen Beweggründe, die Enzensberger in den Vor- und Nachwörtern, Begleittexten und Leseanweisungen zu seinem herausgeberischen Werk formuliert. Der Befund zeigt vor allem den konstanten Niederschlag von Enzensbergers Poetologie des modernen Gedichts in seiner politisch motivierten Dokumentarästhetik bis hin in seine teilweise antizyklischen Publikationsstrategien.
Im Vergleich dieses Katalogs ästhetischer, politischer und ideologischer Kategorien mit den Positionen seiner Essays wird zudem deutlich, dass Enzensbergers Werk eine zutiefst pragmatische Ästhetik zugrunde liegt. Polemik und Provokation, aber auch das unablässige Bemühen um publizistische Autonomie im Literaturbetrieb erweisen sich als ebenso starke Beweggründe von Enzensbergers Werk wie dessen prinzipielle Häresie gegen den Zeitgeist.
Aus dem Inhalt: Hans Magnus Enzensberger. Eine geschichtliche Annäherung - Die Weltsprache der modernen Poesie - Dokumentarliteratur: Aufklärung durch Analogien - Literatur als Geschichtsschreibung - Die Produktionskraft protoliterarischer Texte - Die Herausgeberstrategie des autonomen Eigensinns - Die Konstanten einer produktionsorientierten Moral.