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Ein Fest für Pestalozzi, ein Fest der Nation - oder: die Inszenierung des Pädagogischen

Schweizer Pestalozzifeiern zwischen Zivilreligion, Nationalpädagogik und Identitätsstiftung 1896, 1927, 1946

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Daniel Winter

Pestalozzi als nationale Kultfigur? Am Beispiel der Zentenar- und Halbzentenarfeiern zu Pestalozzis 150. Geburtstag (1896), 100. Todestag (1927) und 200. Geburtstag (1946) wird die historische Entwicklung und Tradition der Pestalozzifeiern in der Schweiz dargestellt. Mit den Feiern wurde der Versuch unternommen, den modernen Pestalozzi-Mythos im 20. Jahrhundert als Zivilreligion zu etablieren. Sie sind Ausdruck einer Inszenierung des Pädagogischen. Die geschichtliche Figur Pestalozzis ist enthistorisiert, der Held eine vielfach einsetzbare Chiffre. Über die politische, pädagogische und literarische Verwendung dieser Chiffre verläuft die zivilreligiöse Verankerung.
Aus dem Inhalt: 1896: «Durch die Ehrung Pestalozzis ehrt die Schweiz sich selbst.» - 1927: «Die Schweiz gab der Welt einen Heiligen.» - 1946: «Wir sind gewarnt, wie die Menschheit selten gewarnet worden ist.» - Pestalozzi im nationalen Diskurs.