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«Säg öppis!» - Phatische Sprachverwendung

Eine linguistische Untersuchung anhand von schweizerdeutschen Gesprächen in öffentlichen Verkehrsmitteln

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Katrin Züger

Auf Bronislaw Malinowski geht der Begriff phatic communion zurück. Damit bezeichnete er jene Funktion von Sprache, bei der es um die Schaffung und Aufrechterhaltung sozialer Kontakte geht. In Anlehnung an Malinowski (und andere) wird gezeigt, wie sich Sprache auf zwei kommunikative Grundformen zurückführen lässt: Während instrumentelle Gespräche auf einen ausserhalb der Interaktion liegenden Zweck angelegt sind (z.B. Wegauskünfte, Beratungen, Sitzungsgespräche usw.), liegt der Zweck des phatischen Gesprächs in diesem selbst begründet. Wir begegnen ihm auf vielfältige Weise im Alltag, zum Beispiel wenn wir Bekannte oder Unbekannte auf der Strasse freundlich grüssen, ein paar belanglose Worte wechseln und uns wieder verabschieden, wenn wir uns an der Bushaltestelle treffen, uns gemeinsam über das missliche Wetter auslassen und uns dabei solidarisch fühlen, wenn wir uns auf einer Party über die neuesten Modetrends oder abwesende Dritte unterhalten usw. In allen Fällen ist wichtiger, dass wir miteinander reden als worüber wir dies tun. Am Beispiel von Gesprächen in öffentlichen Verkehrsmitteln wird dieser Form der Sprachverwendung in allgemeiner, grammatischer und thematischer Hinsicht nachgegangen.
Aus dem Inhalt: Viele Menschen begegnen sich mehr oder weniger zufällig an verschiedenen Schnittstellen des täglichen Lebens und lassen sich in Gespräche verwickeln - z.B. in den öffentlichen Verkehrsmitteln. Welcher Art sind die Unterhaltungen, die sich gewissermassen aus dem Nichts ergeben, wie werden Themen gefunden, weitergeführt, gewechselt, beendet, wiederaufgenommen usw.?