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Autonomie und Souveränität oder das Scheitern der Sprache

Hegel im Denken von Georges Bataille

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Philipp Meier

Der Mensch - diese niemals zu befriedigende Begierde - lässt sich Georges Bataille gemäss nicht auf das Hegelsche System reduzieren. Die vorliegende sprachphilosophische Untersuchung hat Batailles Hegellektüre als eine Lektüre der Transgression im Blick. Sie macht deutlich, dass die der philosophischen Rede inhärente Begierde nach dem absoluten Wissen nicht mehr länger als eine Bewegung der Aneignung gedacht werden kann, sondern sich als eine nach dem Unmöglichen strebende Verausgabung offenbart, die einer «Opferung» der diskursiven Sprache gleichkommt. Als die verborgene Triebstruktur von Hegels Projekt entdeckt Bataille die Negativität. Damit ist im Räderwerk des philosophischen Diskurses, der alles sagen muss, der Tod selbst an der Arbeit. Wo dieser durch Batailles subversive Lektüre von den Ketten der Produktivität entbunden wird, breitet sich in der Überschreitung des Diskurses ein «diskursives Schweigen» aus. Die im Schweigen und im Tod gewahrte Souveränität - ein zentraler Begriff bei Bataille - zeigt aber nicht etwa einen Sieg über Hegels allumfassende Philosophie an, sondern übersteigt diese nur als deren Scheitern.