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Mythenbildungen und Nationalismus

«Deutsche Jakobiner» zwischen Revolution und Reaktion (1789-1800)

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Wolfgang Reinbold

Ein einheitlicher deutscher Staat unter parlamentarisch-demokratischen Vorzeichen, akzeptiert von einer großen Bevölkerungsmehrheit und von den europäischen Nachbarn, dies gibt es in der deutschen Geschichte erst seit 1989. Indes wurde die Diskussion über Nation und Staatsform schon in der Zeit des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation intensiv geführt. Deutsche Linksintellektuelle entfachten vor allem nach dem Ausbruch der Französischen Revolution 1789 vor dem Hintergrund eines rückständigen und zersplitterten Reiches einen Diskurs um Nation und Revolution. Diese lange Zeit fälschlicherweise «deutsche Jakobiner» genannten Revolutionsbeobachter versanken jedoch bald in einer tiefen Krise. Diese Untersuchung stellt die Elemente ihres Psychogramms zusammen. Sie ist die erste summarisch-umfassende sowie programmatische Auswertung des Schriftenkorpus der deutschen «Linken» der 1790er Jahre.
Aus dem Inhalt: Ausgehend vom französischen Jakobinismus: Nationalbewußtsein der deutschen Republikaner Ende des 18. Jahrhunderts als prägende Grundstruktur - Wie stehen sie zur Französischen Revolution? - Votieren sie in Deutschland für Revolution oder Reform? - Luther- und Friedrich-Verehrung, Rhetorik und Emotion, Abgrenzung zu den Liberalen.