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Die Entstehung von Planetensystemen im Lichte neuer Entdeckungen

Ein rekursives Modell und wissenschaftsphilosophische Betrachtungen

Ambros Lüthi and Giovanni Sommaruga

Im Jahre 1993 wurde das rekursive Modell der Entstehung von Planetensystemen erstmals vorgestellt und im Verlaufe der Jahre weiterentwickelt. In den letzten zwei Jahren ergaben sich neue Impulse, als die folgenden Beobachtungen publik wurden:
- Es wurden in benachbarten Sternsystemen Planeten von Jupitergrösse entdeckt, die sich so nahe bei dem betreffenden Fixstern befinden, dass sie ihn in wenigen Tagen umkreisen.
- Man hat in Sternentstehungsgebieten Staubscheiben um einige jüngere Sterne herum entdeckt, die im Innenbereich «verdächtig hohl» sind und die «seltsame Staubknoten» in den ringförmigen Scheiben aufweisen.
Diese Entdeckungen haben die Astronomen überrascht, da eine klare Interpretation bisher fehlt. Im rekursiven Modell wurden jedoch beide Phänomene bereits 1993 vorausgesagt, und es werden ausserdem plausible Erklärungen für weitere Anomalien im Umfeld der gängigen Vorstellungen gegeben. Das rekursive Modell regt damit auch zu einer interessanten wissenschaftsphilosophischen Frage an: Wie gehen Wissenschaftler (z.B. Astronomen) mit neuen Ideen in ihrer Wissenschaft um, wenn der Anstoss dazu aus einer anderen Wissenschaft (z.B. Informatik) stammt?
Aus dem Inhalt: Wie ist unser Planetensystem entstanden? - Wie ist der Mond entstanden? - Wie kommt es, dass es in benachbarten Sternsystemen Riesenplaneten in extremer Sternnähe gibt? - Warum sind binäre Sternsysteme bei jungen Sternen häufiger als bei Sternen der Hauptreihe? - Was bedeuten die vor kurzem in benachbarten Sternsystemen entdeckten ringförmigen Staubscheiben und Staubknoten?