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Eine Schule für die Demokratie

Zur Entwicklung der Volksschule in der Schweiz im 19. Jahrhundert

Series:

Lucien Criblez, Carlo Jenzer, Rita Hofstetter and Charles Magnin

«Eine Schule für die Demokratie» rekonstruiert die Entwicklung der Volksschule in der Schweiz im 19. Jahrhundert. Neben der Darstellung des Entstehens der demokratischen Volksschule in einzelnen Kantonen (Aargau, Freiburg, Genf, Solothurn, Tessin, Wallis, Zug und Zürich) wird der interkantonalen Dynamik und der Rolle des jungen Bundesstaates erstmals eine wichtige Rolle zugemessen. Zudem ist dem Blick von aussen - aus Deutschland, Frankreich und Italien - auf die schweizerischen Verhältnisse ein spezieller Teil gewidmet. Im Vordergrund der Analysen, welche das politische, sozioökonomische, religiöse, kulturelle und pädagogische Umfeld berücksichtigen, steht die Einführung des unentgeltlichen, laizistischen und obligatorischen Unterrichts sowie deren soziale Folgen. Die meisten im Band aufgeworfenen Fragen sind nach wie vor aktuell, etwa diejenige nach dem Verhältnis von Föderalismus und Zentralismus oder diejenige nach dem Verhältnis von Religion, Staat und Schule.
Aus dem Inhalt: Lucien Criblez, Rita Hofstetter, Charles Magnin: Einleitung - Sebastian Brändli: Der Staat als Lehrer. Die aargauische Volksschule des 19. Jahrhunderts als Konkretisierung der öffentlichen Schule liberaler Prägung - Carlo Jenzer: Der Aufbau der staatlich organisierten Schule im Kanton Solothurn: Der obligatorische Schulbesuch für alle und die Loslösung von der Kirche - Sibylle Omlin: Demokratische Volksschule und Probleme der Laizität in der Innerschweiz im 19. Jahrhundert am Beispiel des Kantons Zug - Alexandra Bloch: Schulpflicht, Unentgeltlichkeit und Laizität des Unterrichts im Kanton Zürich zwischen 1770 und 1900 - Fabrizio Mena/Fabrizio Panzera: Die Entwicklung der Tessiner Primar- und Sekundarschule 1830-1885 - Danièle Périsset Bagnoud: Die öffentliche Primarschule im Kanton Wallis (1830-1885): Von der kantonalen Gesetzgebung zu deren Durchsetzung - Rita Hofstetter: Laizität, Unentgeltlichkeit, Schulpflicht und Demokratie: Vereinheitlichende und egalisierende Bestrebungen der Genfer Staatsschule (1798-1886) - Marie-Thérèse Weber: Die Freiburger Schule und die Umsetzung der Grundsätze der Schulpflicht, der Unentgeltlichkeit und der Laizität des Unterrichts (1830-1885) - Gabriel Mützenberg: Genf und Freiburg: der Kreuzgang eines gemässigten Laizismus - Martine Ruchat: «Widerspenstige», «Undisziplinierte» und «Zurückgebliebene»: Kinder, die von der Schulnorm abweichen (1874-1890) - Jean-Christophe Bourquin: Staatliche und lokale Normen: Kontrolle und Strafverfolgung der Schulabsenzen in den Freiburger Statistiken 1850-1912 - Martina Späni: Die Entkonfessionalisierung der Volksschulen in der Schweiz im 19. Jahrhundert - Josiane Thévoz: Die «Société Pédagogique Romande» und die Prinzipien der Unentgeltlichkeit, der Laizität und des Schulobligatoriums 1864-1885 - Lucien Criblez: Der Bildungsartikel in der Bundesverfassung vom 29. Mai 1874 - Werner Lustenberger: Die pädagogischen Rekrutenprüfungen als Instrument der eidgenössischen Schulpolitik (1830-1885) - Philipp Gonon: Weltausstellungen im 19. Jahrhundert als Ansporn für Schulreformen - Heidemarie Kemnitz: Ein «deutscher Blick» auf die Schulgeschichte der deutschsprachigen Schweiz im 19. Jahrhundert - Pierre Caspard: Reflektieren Spiegel? Bausteine zu einer vergleichenden Betrachtung der unentgeltlichen und entkonfessionalisierten Pflichtschule in Frankreich und in der Schweiz - Dario Ragazzini: Reflexionen über die Schweiz und Italien.