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Hoher und niederer Stil in den Satiren Juvenals

Untersuchung zur Stilhöhe von Wörtern und Wendungen und inhaltliche Interpretation von Passagen mit auffälligen Stilwechseln

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Hans Jakob Urech

In der antiken lateinischen Literatur hat jede Gattung einen eigenen Sprachstil. Epos und Tragödie unterscheiden sich z. B. in der Wortwahl deutlich vom niederen Stil der Satire. Umso auffälliger sind die zahlreichen Passagen in den Satiren Juvenals, in denen Wörter aus dem hohen Stil unmittelbar neben unpoetischen Wörtern stehen, die zum Teil sogar in der Satire gemieden werden. Die vorliegende Untersuchung betrachtet diese schroffen Stilwechsel im grösseren Zusammenhang der Vorliebe Juvenals für Antithesen. Die Stilzugehörigkeit von mehr als 400 Wörtern und Wendungen wird im Rahmen der überlieferten Texte, die vor Juvenal geschrieben wurden, bestimmt. Dabei ergeben sich nicht nur Einblicke in den Sprachstil der Satiren Juvenals, sondern der gesamten Literatur von Ennius bis Statius, Martial und Tacitus. Passagen, in denen Wörter unterschiedlicher Stilhöhe aufeinander treffen, werden inhaltlich interpretiert. Dabei zeigt sich der hohe Stil in der Regel als Mittel zur Überhöhung oder Steigerung des Ausgesagten oder weist im Zusammenhang mit Reden oder Handlungen von Personen auf deren Mangel an Realitätssinn oder auf Illusionen, Selbstüberschätzung und Unehrlichkeit hin. Der niedere Stil dient der Demaskierung und dem Aufruf zu nüchterner Betrachtung der Dinge.
Aus dem Inhalt: Bestimmung der Stilhöhe von mehr als 400 Wörtern und Wendungen - Inhaltliche Interpretation von Passagen mit auffälligen Stilwechseln - Einblicke in die Tradition von Wortgebrauch und inhaltlichen Motiven in der römischen Literatur.