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Der Dialog im Dialog: Das Inzitament bei Friedrich von Hardenberg

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Verena Anna Lukas

Hardenbergs Texte sind dialogische Texte – nach innen wie nach außen –, die funkenartig zünden wollen: «inzitieren». Der Bedeutung dessen, was Hardenberg «Inzitament» oder auch «Reiz» nennt, in medizinhistorischer, sprachphilosophischer und gesellschaftspolitischer Hinsicht, widmet sich die vorliegende Arbeit.
Wie die Erziehung zum «wahren Leser» und zum Mitglied einer sichtbar-unsichtbaren geistigen «Cosmopoliten Loge» insbesondere in der Nachfolge Lessings und Herders zu denken wäre, wird im zweiten Teil der Arbeit an den ersten beiden Dialogen sprachanalytisch vorgeführt. Die «Inzitamente» oder «Erziehungsmittel» werden hier als bestimmte Stilmittel entlarvt, die dem Rezipienten zu erkennen geben, daß das Geheimnis der «Orakelsprache» - unausgesprochen - in der Bewegung selbst liegt, den gefundenen «Standpunkt» immer wieder von neuem zu revidieren.
Aus dem Inhalt: Gibt es eine Hardenbergische «Sprachmedizin»? - Und wie denn müßten diese heilsamen «Gesprächsreize» zur Selbstbildung vom Autor gesetzt sein, daß die «Erziehung» des Lesers Früchte trüge und sich die geistige Funkenkette von Büchern und Brüdern fortbildete? - Das «Inzitament» ist ein Schlüsselbegriff auch für die Interpretation der ersten beiden Dialogen.