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Freiheit in der Umarmung des ewig Liebenden

Die historische Entwicklung des Personverständnisses bei Jacques Maritain

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Benedikt Ritzler

Die vorliegende umfangreiche Untersuchung erschließt die werkgenetische Entwicklung von Jacques Maritains Personbegriff. Auf differenzierte Weise wird der Zusammenhang von Maritains Leben und Werk dargestellt. Daraus leitet der Autor eine originelle Unterteilung von Maritains Denken in vier Stufen ab, wobei er zugleich die innere Verschränkung von Ontologie, Gnoseologie und Anthropologie erhellt. Demzufolge konzentriert sich Maritain nach einer Phase geistigen Suchens vor allem auf die Erneuerung der scholastischen Erkenntnistheorie, deren konzeptualistische Engführung er allmählich mit Hilfe eines metaphysischen Existentialismus zu überwinden versucht. So findet er schließlich zu einem kohärenten Personalismus, d.h. er stellt die Person und die ihr eigene Freiheitsordnung in den Mittelpunkt seiner Überlegungen.
Die vorliegende Arbeit ist bislang die erste ihrer Art im gesamten deutschsprachigen Raum. Sie erschließt einen Denker, der den Menschen von seiner Freiheit und nicht mehr von seiner (metaphysischen) Natur her zu bestimmen versucht. Darüber hinaus macht sie deutlich, wie sich Theologie und Philosophie auf dem gemeinsamen Terrain der Anthropologie gegenseitig ergänzen und befruchten.
Aus dem Inhalt: Wie gelingt es Maritain, den häufig auf ein Potenz-Akt-Modell reduzierten Personbegriff der Scholastik weiter zu entfalten? – Wie läßt sich die Wechselbeziehung zwischen göttlicher Gnade und menschlicher Freiheit denken? – Auf welche Weise sind Erkenntnistheorie und Anthropologie miteinander verwoben und bedingen sich gegenseitig?