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Der Tod in der Propaganda

(Sowjetunion und Volksrepublik Polen)

Daniel Weiss

Der unterschiedliche Umgang mit dem Tod der Eigenen und der Gegner wird über die einzelnen propagandistischen Kodes Sprache, Bild (im Plakat), Film, Bildende Künste und (Bestattungs-) Ritual sowie über verschiedene Zeiträume hinweg verfolgt. Ins Bild rückt also einerseits das Zusammenspiel unterschiedlicher Medien im Rahmen des einen semiotischen «Gesamtkunstwerks» Propaganda, andererseits dessen historischer Wandel im Realen Sozialismus. Besonderes Augenmerk gilt der Abgrenzung von Freund und Feind in den einzelnen Kodes, der Beschwörung von Kontinuität beim Ableben eigener Leader, der Widerspiegelung von deren hierarchischer Rangordnung, der verbalen und bildlichen Umsetzung von Emotionen wie Trauer, Entsetzen, Hass, Todesverachtung; daneben kommen auch tagespolitisch bedingte Durchbrechungen des Rituals, die Auswirkungen der Entstalinisierung, schliesslich die Symbiose von staatlichem und volkstümlich-traditionellem Ritual zur Sprache.
Der Herausgeber: Daniel Weiss wurde 1949 in Zürich geboren. Studium der Slavistik, Osteuropa-Geschichte und Indogermanistik in Zürich, Warschau und Moskau, 1975 Promotion, 1974–1980 Assistenz, ab 1982 Ordentlicher Professor für Slav. Sprachwissenschaft: Univ. Hamburg, 1988 Univ. München, seit 1993 Univ. Zürich.