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Conjugium Phoebis & Palladis

Oder Die erfundene Fortpflantzung des Goldes / Chymische Allegorie

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Italo Michele Battafarano

Anlässlich der Hochzeit von Kaiser Leopold I. im Jahre 1676 verfasste Christian Knorr von Rosenroth ein Singspiel als alchemisch-pansophische Allegorie. Wahrscheinlich vom Sulzbacher Herzog Christian August dazu aufgefordert, weil dieser mit der zukünftigen Kaiserin eng verwandt war, benutzte Knorr von Rosenroth die Gelegenheit, eine phantasievolle Oper zu schreiben, in der mythologische Figuren, Tugend-, Laster- und Metall-Allegorien den Kampf zwischen Krieg und Frieden versinnbildlichen. Prachtvolle Bühnenbilder, ein reiches Szenarium, Ballette und Musik stehen wie antike Mythologie und Alchemie bei Knorr im Dienst eines subtilen, aber eindeutigen Diskurses, der an den Kaiser gerichtet ist. Nach dem 30jährigen Krieg und den gewaltsamen Rekatholisierungsversuchen der protestantischen Gegenden des Reiches fordert Knorr den Kaiser auf, nicht länger Mithilfe von Mars, sondern von Pallas, der Göttin der Weisheit, zu regieren. Nur die «unio chymica» von Macht und Weisheit könne dem Herrscherpaar in Wien wie dessen Untertanen eine goldene Zukunft bescheren, lautet Knorrs Botschaft. Die gewagte Friedensutopie des Christian Knorr von Rosenroth wird hiermit zum ersten Mal neu ediert.
Aus dem Inhalt: In seiner alchemischen Allegorie behandelt Christian Knorr von Rosenroth den Krieg der Metalle in mythologischer Form. Es geht dabei um den Kampf von Mars gegen Phoebus und Pallas, deren Hochzeit der Kriegsgott verhindern will. Er entführt daher mit Hilfe von Neid, Zwietracht, Raub, List und anderen zersetzenden Kräften die schöne und kluge Pallas, um die Verschmelzung von Macht und Weisheit, das «Conjugium Phoebi et Palladis», zu vereiteln. Seine Pläne scheitern jedoch. Der Triumph des göttlichen Paares kündet ein goldenes Zeitalter, ein Reich des Friedens und des Wohlstandes, an.