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Entstehung und Typen mittelalterlicher Lyrikhandschriften

Akten des Grazer Symposiums 13.-17. Oktober 1999

Series:

Anton Schwob and Andras Vizkelety

Als im Jahr 1984 in Budapest Blätter einer bislang unbekannten, bebilderten Liederhandschrift aus dem späten 13. Jahrhundert entdeckt wurden, übte dieser Fund eine ungemein belebende Wirkung auf die Erforschung der mittelalterlichen Lyrik aus. 15 Jahre nach seiner Entdeckung bildete dieser sensationelle Fund, durch den die frühe Textüberlieferung mittelhochdeutscher Lyrik auch im österreichischen Donauraum bezeugt wird, den Anknüpfungspunkt für das vom 13. bis 17. Oktober 1999 in Graz veranstaltete Symposium «Entstehung und Typen mittelalterlicher Lyrikhandschriften». Unter Einbeziehung interdisziplinärer Aspekte wurde Bilanz der Forschungen zu hochmittelalterlichen, aber auch zu spätmittelalterlichen Lyrikhandschriften gezogen. Gleichzeitig bot das Symposium Gelegenheit, neue Forschungsperspektiven zu entwickeln.
Aus dem Inhalt: Thomas Bein: Zum Umgang mit handschriftlichen Autorzuweisungen: Bilanz und Vorschläge für eine literarhistoriographische Handhabe – Christa Bertelsmeier-Kierst: Das Budapester Fragment und die Lyrik-Überlieferung im bairisch-österreichischen Raum bis 1300 – Cyril Edwards: Zeuch durch die wolchen mein gesanch. Zur Streuüberlieferung im Benediktinerstift Kremsmünster – Albrecht Hausmann: Rudolf von Rotenburg im Budapester Fragment? – Wernfried Hofmeister: Der Mut zur Lücke: Auf den Spuren von Textnachträgen in der Manessischen Liederhandschrift. Ein Beitrag zu einer ‘Überlieferungs-Philologie’ des Mittelalters – Franz-Josef Holznagel: Typen der Verschriftlichung mittelhochdeutscher Lyrik vom 12. bis zum 14. Jahrhundert – Johannes Janota: Zum Burggrafen von Regensburg im Budapester Fragment – Peter Kern: Die Kürenberg-Texte in der Manessischen Handschrift und im Budapester Fragment – Gisela Kornrumpf: Die Budapester Blätter einer Liederhandschrift und ihre Bedeutung für die Geschichte der Minnesangüberlieferung. Ein Versuch – Ulrich Müller: Kontext-Informationen zum ‘Sitz im Leben’ in spätmittelhochdeutschen Lyrik-Handschriften: Mönch von Salzburg, Michel Beheim. Mit einem Ausblick auf Raimbaut de Vaqueiras, Reinhart von Westerburg und Oswald von Wolkenstein – Martin Roland: Kunsthistorisches zu den Budapester Fragmenten – Max Schiendorfer: Johanniterbibliothek Straßburg, Cod. B 121. Die verlorene Liederhandschrift Heinrich Laufenbergs – Anton Schwob: Beobachtungen zur Handschrift A Oswalds von Wolkenstein – Max Siller: Wo und wann ist die Sterzinger Miszellaneen-Handschrift entstanden? – Franz Viktor Spechtler: Die Mondsee-Wiener Liederhandschrift als Haupt-Überlieferung zum Mönch von Salzburg. Anmerkungen zu Aufzeichnungsform, Aufführungsform und zu den Beziehungen Salzburg - Prag – Helmut Tervooren: eber, ber, valke. Kleine wortgeographische Beobachtungen zur Kürenberg-Überlieferung und Deutungsversuche zu Kürenbergs Strophe stuont ich nehtint spâte – András Vizkelety: Die Schreiber einer «Handschriftengruppe um 1300» – Norbert Richard Wolf: Spätmittelalterliche Sammelhandschrift vs. Autorenbuch. Versuch einer semiotischen Annäherung.