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Subtile Signale

Beobachtungen zur Syntax bei Adalbert Stifter

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Robert Ruprecht

Es gibt Autoren, die so spontan produzieren, dass sie nicht einmal die Zeit finden, Satzzeichen zu setzen, andere schaffen ihre Texte in mühsamer Kleinarbeit. Zu diesen gehört Adalbert Stifter. Von fast allen Erzählungen liegen zwei gedruckte Fassungen vor. Das lädt zu einem systematischen Vergleich ein: Die Untersuchung der Erzählungen Der Hagestolz in der Jounal- und der Studienfassung sowie Der Waldbrunnen unter dem Gesichtspunkt ihres syntaktischen Aufbaus ermöglicht neue Einblicke in Stifters Arbeitsweise und in die Überlegungen, von denen er sich bei seinen Überarbeitungen leiten liess. Offenbar hat er das Ziel verfolgt, die Leser nicht so sehr durch inhaltliche als durch strukturelle Veränderungen seiner Erzählungen auf unmerkliche Weise zu lenken. Ein Blick auf die strukturellen Eigenarten im Spätwerk führt zu interessanten Einsichten in seine Entwicklung als Autor und Mensch.
Aus dem Inhalt: Zur Stifter-Rezeption – Neuere Ansätze – Syntaktische Signale im Hagestolz – Struktursignale im Spätwerk: Der Waldbrunnen – Vom Biedermeier zum Symbolismus? – Beobachtungen zur Entwicklung der Sprache Stifters – Subtile Signale bei anderen Autoren – Gegenprobe.