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Endzeiten – Wendezeiten

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Rupert Moser and Sara Margarita Zwahlen

«Die Zukunft komplexer Systeme ist nicht vorhersagbar». Dieser Tatsache wird kaum mit Neutralität begegnet. Zu gross ist das Bedürfnis nach Berechenbarkeit und die Angst vor Ungewissheit und potenzieller Katastrophe. Das Faktum, dass das individuelle Leben und die Umwelt dem Wandel unterworfen, potenziell bedroht und zerbrechlich sind, bietet einen reichen Nährboden sowohl für Gefühle der Angst und für radikale Lebenshaltungen als auch für die umfassende Beschäftigung mit der Frage nach Sinn und für kreative Leistungen aller Art.
Die Beiträge dieses Bandes widmen sich den Entstehungsbedingungen endzeitlicher Strömungen und der breiten Wirkungsgeschichte der jüdisch-christlichen Apokalyptik aus theologischer, historischer und sozialgeschichtlicher Perspektive, der Geschichte der christlichen Zeitrechnung und dem «Jahr-2000-Problem». Sie erläutern die Motive kollektiver Endzeiterwartung und leisten damit einen Beitrag zum Verstehen vergangener und aktueller Formen der Auseinandersetzung mit Zeit und Endlichkeit.
Aus dem Inhalt: Sara Margarita Zwahlen: Vorwort – Gerhard Knolmayer: Endzeitstimmungen in einer hochtechnisierten Gesellschaft: Das Jahr 2000-Problem, seine Wahrnehmung und möglichen Konsequenzen – Martin George: Vom Kommen des Antichrist: Endzeitfurcht und Endzeitsehnsucht in 2000 Jahren Christentum – Samuel Vollenweider: Zwischen Endzeit und Wendezeit. Ein Blick auf die jüdische und christliche Apokalyptik vor 2000 Jahren – Ellen Beer: Die Apokalypse im Bild – Hans-Jürgen Goertz: Ende der Welt und Beginn der Neuzeit. Moderner Zug im apokalyptischen Saeculum – Heinrich Richard Schmidt: Die Heilung der Welt - die Reformation – Gottfried Seebaß: Gemeinschaft im Blick auf das Ende: Neuzeitlich-apokalyptische Gruppen jenseits der Kirche – Rupert Moser: Das Erleben von End- und Wendezeiten im transkulturellen Vergleich – Gerhard Beutler: Endzeiten und Wendezeiten in der Fundamentalastronomie: Astronomische Zeitmessung und ihre Genauigkeit – Hubert Herkommer: «Als aber die Fülle der Zeit gekommen»: Vom Werden und Wandel der christlichen Zeitrechnung.