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Kommunikation in Wolframs «Parzival»

Eine Untersuchung zu Form und Funktion der Dialoge

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Andreas Urscheler

Eines der übergreifenden Themen in Wolframs «Parzival» ist Mitmenschlichkeit, die sich besonders in den geglückten oder fehlgeschlagenen Dialogen zeigt. Die vorliegende Arbeit stellt die Dialoge in den Vordergrund. Untersucht wird, inwiefern die Kommunikation zwischen Figuren aufschliessend ist für deren Charakteristik, ja für eine tiefergehende Deutung des Romans; dies vor allem angesichts der Tatsache, dass das zentrale Versagen des Helden – die Unterlassung der Mitleidsfrage – ein kommunikatives ist. Die Untersuchung steht im Schnittpunkt von zwei Forschungsbereichen: linguistische Dialoganalyse und Literaturwissenschaft. Sie geht von linguistischen und poetologischen Beobachtungen aus, die sich allmählich auf verschiedenen Ebenen zu einem Bild verdichten. Den Hauptteil bildet eine Typologie, die Dialoge von gleicher Interessenkonstellation und Motivation einander gegenüberstellt und Quervergleiche ermöglicht. Die Gegenüberstellung in der Art einer Minimalopposition macht die Defizite von Parzivals Sprachkompetenz deutlich. Wolframs feinsinnige Arbeitsweise zeigt sich zum einen darin, wie er die Figuren sprachlich charakterisiert und kontrastiert; zum anderen, wie er die beiden grossen Handlungsachsen (Parzival- und Gawan-Zyklus) durch die Art des kommunikativen Handelns der beiden Helden verdeutlicht.