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Weltgericht und Martyrium in der jüdischen Neujahrsliturgie

«Heiligkeit des Tages» im Gebet Unetanneh Tokkef

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Richard I. Breslauer

Das jüdische Gebet Unetanneh Tokkef («Wir verkünden und erinnern ...») gibt die Sinnfülle des jüdischen Neujahrsfestes wieder. Der alten Tradition folgend wird darin die Herrschaft Gottes als alleiniger, endgültiger Richter und das Gericht über die Engel gefeiert. Es ist in der Kairoer Geniza gefunden worden. Erstmals hat Rabbi Amnon während der Kreuzzüge im 11./12. Jahrhundert dieses Martyriumsgebet vor seinem Tod in Mainz vorgetragen. Der Ursprung des Textes geht jedoch bis ins 7. Jahrhundert zurück und wird schon in den alten religiösen, jüdischen Gedichten (Pijjutim) angedeutet.
Diese Untersuchung befasst sich mit der geschichtlichen, inhaltlichen und formalanalytischen Deutung dieses liturgischen Gebets. Ausserdem werden bisherige Unetanneh Tokkef-Übersetzungen ins Deutsche kritisch hinterfragt. Die eigens dafür geschaffene Übersetzung des Gebets ist ein besonders wichtiges Resultat der Arbeit und bietet neue Ansätze für die Forschung.