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Himmelfahrt und Heiligkeit im Islam

Eine Studie unter besonderer Berücksichtigung von Ibn Sīnās Miʿrāǧ-nāmeh

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Tobias Nünlist

Menschliches Dasein ist durch einen radikalen Bruch gekennzeichnet. Es gibt ein sakrales Oben, das für Sein im eigentlichen Sinn des Wortes steht. Im profanen Unten aber sieht sich das Individuum mit einer prekären Form des Daseins konfrontiert. Zentral ist allerdings die Feststellung, dass sich der Mensch mit seiner Situation im Unten nicht abfindet. Er sinnt vielmehr nach Mitteln, Wegen, Techniken, die es ihm erlauben, zumindest vorübergehend wieder an jenem Zustand ontologischer Fülle teilzuhaben, der das Oben charakterisiert.
Die vorliegende Studie befasst sich mit unterschiedlichen Berichten von Muhammads Himmelfahrt, die zwischen 800 und 1200 in arabischer und persischer Sprache festgehalten worden sind. Sie hebt hervor, dass das Aufstiegserlebnis des islamischen Propheten Vorbild für andere spirituelle Erfahrungen des Menschen sein kann. Es zeigt sich, dass eine enge Abhängigkeit zwischen Himmelfahrt und Gebet besteht. Diese innere Verwandtschaft lässt sich in verschiedenen Texten beobachten, kommt aber bei Ibn Sīnā besonders deutlich zum Ausdruck.
Aus dem Inhalt: Muhammads Himmelfahrt – Gebet – Darstellungen aus der Perspektive von Mythologie, Philosophie und Mystik.