Show Less
Restricted access

«Sehnsucht nach dem Verlorenen»

Winckelmanns Ästhetik und ihre frühe Rezeption

Series:

Raimund Fridrich

Johann Joachim Winckelmann befasst sich mit der Unsicherheit seiner Zeit in Bezug auf die Bedeutung von Kunst. Die vorliegende Arbeit widmet sich im ersten Teil Winckelmanns Beschreibungskunst und zeigt, wie der «Gründervater der modernen Kunstgeschichtsschreibung» ein ästhetisches System skizziert, das die Geschichtlichkeit von Kunst transzendiert und Kunstwerke nach ihrer Wirkung in der Gegenwart bewertet. Der zweite Teil untersucht die Winckelmann-Rezeption durch Lessing, Herder, Moritz und Goethe, wobei die Auseinandersetzung mit der Kunstbeschreibung im Vordergrund steht. Mit der Beschreibung von Fragmenten, Ruinen, d.h. Überresten einer einstigen prätendierten Ganzheit, setzt Winckelmann in der zweiten Hälfte des 18. Jhs. eine einzigartige literarisch-ästhetische Produktion in Gang. Die «Sehnsucht nach dem Verlorenen», die Winckelmann am Ende der Geschichte der Kunst anspricht, ist eine Lust zu sehen und zu fühlen, ein Verlangen nach Originalität der Sinne und nach Freiheit. Die Vorstellung eines idealen Griechenlands, die Winckelmann in seinen Schriften entwirft, beruht auf «unbestimmten» und daher diskursiv unfassbaren Grundbegriffen. Gerade dies übt auf die Leser eine grosse Faszination aus.
Aus dem Inhalt: Winckelmann – Lessing – Herder – Moritz – Goethe – Ästhetik – Ekphrasis – Kunstgeschichte – Frühklassik – Klassik – Beschreibungskunst – Wirkungsästhetik – Griechenverehrung – Geschmack – Schönheit – Kunstgeschichtsschreibung.