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Das Kompilationsprojekt Song Taizongs (reg. 976-997)

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Johannes L. Kurz

Die Arbeit befasst sich mit den Enzyklopädien Taiping yulan, Taiping guangji und der literarischen Anthologie Wenyuan yinghua, die unter Taizong, dem zweiten Kaiser der Song Dynastie (960-1279) entstanden sind. Dessen Herrschaft ist gekennzeichnet durch die Fortführung der von seinem Bruder und Vorgänger Taizu initiierten Wiedervereinigung des Reiches nach einer Periode der politischen Fragmentierung unter den Fünf Dynastien und Zehn Staaten (907-960). Taizongs Anstrengungen auf militärischem Gebiet wurden dabei begleitet von einer Vision der intellektuellen Wiedervereinigung des Reiches. Das umfangreiche Kompilationsprojekt Taizongs, der unter undurchsichtigen Umständen auf den Thron gelangt war, diente im speziellen der Erreichung dieses Ziels. Neben den Enzyklopädien wurde die Überarbeitung von Dynastiegeschichten, der Klassiker und religiöser Werke gefördert. Für dieses Projekt wurden die kaiserlichen Buchsammlungen ausgebaut und spezielle Kompilationsteams gebildet.
Der Autor zeigt auf, dass die Bibliotheken unter Taizong zum Grossteil auf Beständen der im Süden Chinas ansässigen Regionalstaaten basieren, während die Zusammensetzung der Kompilationsteams ebenfalls einen hohen Anteil südchinesischer Gelehrsamkeit aufweist. Indem Taizong Beamte, die bereits anderen Dynastien gedient hatten, an dem Projekt teilnehmen ließ, erkannte er sie als vollwertige Mitglieder der Song-Beamtenschaft an.
Aus dem Inhalt: Dynastien und Staaten von Tang bis Song – Die Grundlage der kaiserlichen Sammlungen – Leishu (Enzyklopädien) – Die Reform der Bibliotheken unter Taizong – Das Personal in den Bibliotheken – Die Buchsammlungen unter Zhenzong – Das Taiping yulan – Die Rekrutierung der Beamten – Biographisches zu den Kompilatoren – Zur Kompilation des Taiping guangji – Die literarische Wenyuan yinghua Anthologie Die Zusammensetzung des Kompilationskomitees – Das Cefu yuangui-Projekt Kaiser Zhenzongs.