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Der Tod der Primadonna

Der Mensch als Instrument im literarischen Werk E. T. A. Hoffmanns

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Christian Mattli

Die Liebe eines jungen Enthusiasten zu einer Frau ist Voraussetzung für seine künstlerische Selbstwerdung; gleichzeitig schliesst die künstlerische Existenz des Mannes die gelebte Liebe zu einer Frau aus. Das tragische Dilemma dieser Künstlerliebe zählt zu den klassischen Fragenkomplexen der Hoffmann-Forschung. Die vorliegende Studie setzt in diesem Problemfeld an, verengt es aber radikal auf das Verhältnis von Komponist und Sängerin und mithin auf die zentrale Frage, warum die Hoffmannsche Frau in akute Lebensgefahr gerät, sobald sie zu singen beginnt.
Um diese Frage zu beantworten, werden einige ausgewählte Erzählungen Hoffmanns einer genauen Analyse unterzogen und auf weiterreichende Implikationen hin befragt. Im Zentrum stehen die beiden Novellen Rat Krespel und Der Kampf der Sänger aus der Erzählsammlung Die Serapions-Brüder, das Fantasiestück Don Juan, das Nachtstück Das Sanctus sowie das späte Werk Prinzessin Brambilla. Mit kulturhistorischen Exkursen in die Geschichte der Musikinstrumente und des Instrumentenbaus sowie mit geschlechtergeschichtlichen Überlegungen sucht die Studie schliesslich nach den historischen Voraussetzungen für das Motiv der sterbenden Sängerin bei Hoffmann.
Aus dem Inhalt: Die Grundzüge von Hoffmanns letalem Kunstkonzept – Das Dilemma von sterbender Frau und glückender Kunst – Der Tod im Dienst von innerer und äusserer Musik – Die Sängerin als Instrument von fremden Liedern – Der Komponist als Sänger von eigenen Liedern – Das Überleben der Frau im romantischen Gegenmodell.