Show Less
Restricted access

Nach Lourdes!

Der französische Marienwallfahrtsort und die Katholiken im Deutschen Kaiserreich (1871-1914)

Andreas Johannes Kotulla

Millionen Gläubige zieht es jedes Jahr zu der berühmten Felsengrotte von Lourdes. Die dortigen Marienerscheinungen aus dem Jahre 1858 machten das südfranzösische Städtchen zum Zentrum einer bald internationalen Kult- und Pilgerbewegung. Zahlreiche Andachtsstätten und ein vielfach belegter Gebrauch von Lourdeswasser zeugen davon, wie der Kult noch vor dem Ersten Weltkrieg auch in Deutschland heimisch wurde. Andererseits zog das französische Heiligtum immer größere Pilgerscharen aus dem Kaiserreich an. Die vorliegende Studie zeigt, wie sich nach dem Krieg von 1870/71 und während der Modernismus-Krise dieser Transfer eines umstrittenen religiösen Kulturguts vollziehen konnte. Neben der frühen Entwicklung des von den Päpsten geförderten Kultes werden anschaulich die leidenschaftlichen Diskussionen geschildert, die Lourdes mit seinen Erscheinungen, Wundern und Wallfahrten in Frankreich und Deutschland auslöste.
Es wird deutlich, wie gläubige Begeisterung und organisatorischer Aufwand zur Verankerung dieser Spielart «ultramontaner Frömmigkeit» im deutschen Katholizismus beitrugen.