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Naturschutz und Demokratie!?

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Joachim Wolschke-Bulmahn and Gert Gröning

Die Entwicklung des Naturschutzes in Deutschland in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und im 20. Jahrhundert ist an sehr unterschiedliche politische Systeme gebunden. Von den autoritären Strukturen des Kaiserreiches zum ersten demokratisch verfassten deutschen Staat, der Weimarer Republik, über die nationalsozialistische Diktatur bis hin zu zwei deutschen Staaten, der Deutschen Demokratischen Republik und der Bundesrepublik Deutschland: Naturschutz fand im Rahmen recht unterschiedlicher gesellschaftspolitischer Bedingungen statt. Den Workshop Naturschutz und Demokratie!? führte das Zentrum für Gartenkunst und Landschaftsarchitektur (CGL) der Universität Hannover in Zusammenarbeit mit der Universität der Künste Berlin und der Stiftung Naturschutzgeschichte im November 2004 durch. Er wurde vom damaligen Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, Jürgen Trittin, gefördert. Die in diesem Band enthaltenen Beiträge der Veranstaltung geben vielfältige Einblicke in Facetten der Entwicklung des Naturschutzes in Deutschland.

Die Bedeutung der sozialen Dimension und die ehrenamtliche Tätigkeit im Naturschutz werden ebenso angesprochen wie Fragen zur Kritikfähigkeit jüngerer Geschichtsschreibung hinsichtlich autoritärer Tendenzen des Naturschutzes. Erstmals wird dem Zusammenhang zwischen Religion und Naturschutz am Beispiel des Judentums nachgegangen, den die fachspezifische Geschichtsschreibung bislang weitgehend ignorierte.