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Affektausdruck und Beziehungsregulation

Eine qualitativ empirische Studie über Patienten mit somatoformen Störungen

Andrea Pfrengle

Im Mittelpunkt der Arbeit steht die Frage nach der Störungsspezifität im Affektausdruck und der Beziehungsregulation bei Patienten mit somatoformen Störungen. Diese werden mit einer Gruppe von psychisch erkrankten Menschen mit einem psychogenen Krankheitskonzept verglichen. Die Analyse der störungsspezifischen Affektmuster erfolgt mit qualitativen Methoden. Die Untersuchung führt bei den Patienten mit somatoformen Störungen zur Klassifizierung von drei Subtypen: Typus A «Das Opfer», Typus B «Die Unabhängigen» und Typus C «Das Pulverfaß». Die vorherrschende Annahme, dass Patienten mit somatoformen Störungen ein globales Defizit an Emotionalität aufweisen, kann in dieser allgemeinen Form nicht bestätigt werden. Im Gegenteil: Sie zeigen im Interview vermehrt Emotionen. Es wird eine differenzierte Vorstellung der Funktion von Emotionalität entwickelt. Diese leistet u.a. einen Beitrag, vereinfachende Stereotypien psychosomatisch erkrankter Menschen zu hinterfragen.

Die dysfunktionale Beziehungsgestaltung in ihren konflikthaften und strukturellen Facetten des emotionalen Erlebens wird abschließend in Hinblick auf psychotherapeutische Möglichkeiten und Begrenzungen untersucht.