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Bedeutungsrepräsentationen und Bildvorstellungen

Ein Kommentar zur imagery debate aus semiotischer Perspektive

Christoph Flores

«Bedeutungsrepräsentationen und Bildvorstellungen» ist eine erste umfassende deutschsprachige Studie zur imagery debate, also jener Debatte über mentale Bilder, die seit etwa drei Jahrzehnten die kognitionswissenschaftlichen Diskurse beherrscht. Dabei geht es um die Frage, wie mentale Bilder entworfen sind und welche Funktionen sie im kognitiven Geschehen einnehmen. Hier gibt es einen Widerstreit zwischen jener Auffassung, wonach unsere Imagination mit symbolischen Erinnerungen arbeitet, und einer Position, derzufolge sie zusätzlich bildhaftes Erinnerungsmaterial verwendet. Die Klärungsarbeit wird meist experimentell gestützt. Alle Ansätze haben methodische Eigentümlichkeiten und charakteristische Grundannahmen über den Wert von Repräsentativität in der Kognition gemein. Eine nähere Analyse erlaubt eine vereinheitlichende Sicht auf die Positionen zur allgemeinen Rolle von Repräsentationen. Zugleich ermöglicht sie einen ausführlichen Kommentar zum methodischen Vorgehen in der Debatte und zum verwendeten Bildmaterial. Ergänzt wird die Darstellung durch einen computerexperimentellen Gegenentwurf zur derzeitigen Zentralthese der Debatte, dass mentale Bilder auf depiktiven Repräsentationsformaten aufsetzen. Hinzu kommt eine Diskussion und Interpretation des Künstliche-Welt-Szenarios, dessen Software diesem Band beiliegt. Die eigene Modellbildung erlaubt dem Autor die Stärkung einer These, die konträr zu den Auffassungen in der imagery debate läuft: Erst solche Deutungen mentaler Prozesse, die Repräsentations-Prozess-Paare berücksichtigen, haben Aussicht, eine adäquate Theorie des kognitiven Geschehens zu liefern.