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Medienkarrieren

Biografische Studien über Hamburger Nachkriegsjournalisten 1946-1949

Christian Sonntag

60 Jahre nach dem Aufbau einer demokratischen Presse in Deutschland schließt dieses Buch eine wichtige Forschungslücke. Am Beispiel der Medienhochburg Hamburg analysiert der Autor die Lebensläufe von 308 Nachkriegsjournalisten. Er beleuchtet den Vorgang der Entnazifizierung, die Vergabe von Zeitungslizenzen und die personelle Zusammensetzung der Redaktionen von Welt, Zeit, Hamburger Abendblatt sowie den vier Parteizeitungen. Auf der Basis bisher unbekannter Quellen kommt dabei ein einzigartiges Journalistenkollektiv zum Vorschein. Es setzte sich zusammen aus den bürgerlichen Journalisten der Reichshauptstadt, die nach dem Krieg aus Berlin nach Norddeutschland geflohen waren; aus Hamburger Journalisten der über die Stadtgrenzen hinaus renommierten großen liberalen Zeitungen; aus zurückgekehrten Emigranten, die in Hamburg ein Hort des guten Deutschland sahen, sowie aus vom NS-Regime Verfolgten und wenigen Neuanfängern. Unter ihnen waren überzeugte Demokraten wie Axel Springer oder Marion Gräfin Dönhoff, unverbesserliche Revanchisten wie Rolf Seutter von Loetzen oder Richard Tüngel, Ex-NSDAP-Mitglieder wie Hans-Georg von Studnitz oder Hans Steffen alias «Hans ut Hamm» sowie aus dem Exil zurückgekehrte Emigranten wie Ernst Friedländer oder Herbert Wehner.