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Männliche Diakonie im Zweiten Weltkrieg

Kriegserleben und Kriegserfahrung der Kreuznacher Brüderschaft Paulinum von 1939 bis 1945 im Spiegel ihrer Feldpostbriefe

Ulrike Winkler

Im Zwanzigmillionenheer der Deutschen Wehrmacht dienten etwa 1.700 Diakone. Ihr Kriegsalltag mit seinen spezifischen Begleiterscheinungen ist bis heute weitgehend unbekannt. Auch die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem «Krieg des kleinen Mannes», die in der jüngeren Forschung durchaus an Bedeutung gewinnen konnte, ist in dieses Feld noch nicht vorgestoßen. Am Beispiel der Kreuznacher Brüderschaft Paulinum wird nun erstmals das Kriegserleben und die Kriegserfahrung von deutschen Soldaten rekonstruiert, die sich nicht nur als Christen begriffen, sondern deren Glauben die Grundlage ihres Berufs bildete. Auf der Basis der Feldpostkorrespondenz der Kreuznacher Brüder mit ihrem Vorsteher, ihrem Hauslehrer und dem Geschäftsführer der Deutschen Diakonenschaft wird ein diakonischer Mikrokosmos an «Heimatfront» und Front entwickelt, der sich – im Spannungsfeld von «Führertreue» und Christusglauben, «Blitzsiegen» und Vernichtungskrieg – mehr und mehr existentiellen Fragen nach seinem Selbstverständnis und seiner Integrität ausgesetzt sah.