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mit selher jugent hât minne ir stràt: Die Bedeutung von Jugend, Ehe und Verwandtschaft für die Entwicklung der Titelfigur im ‘klassischen’ mittelhochdeutschen Artusroman

Markus Rostek

Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den «klassischen» mittelhochdeutschen Artusromanen, Hartmann von Aues Erec und Iwein sowie Wolfram von Eschenbachs Parzival, kreist oft um die Frage, ob eine Interpretation der Texte eher im Sinne der Kuhnschen Doppelwegstruktur oder von der Titelfigur her erfolgen soll. Dieses Buch verbindet beide Ansätze, indem es auf der Grundlage einer Analyse von strukturellen Regularitäten einerseits und Bezeichnungen für die Titelfiguren anderseits eine integrative Lösung der «Struktur- und Figurdebatte» in der deutschen Artusromanforschung anbietet. Dabei rückt die Bedeutung von Ehenormen und Geschlechterrollenvorstellungen ebenso in den Mittelpunkt der Untersuchung wie die Funktion genealogischer Zusammenhänge. Das Buch liefert eine neue Sicht auf die altersklassenspezifische Schwerpunktsetzung der mittelalterlichen Romane, die implizit normative «Karrieren» entwerfen, in deren Verlauf jugendliche Ritter zu mündigen Herrschern werden. Über die Betrachtung solcher Statusveränderungen der Titelfiguren erfolgt zudem eine Neubewertung der Rolle des Artushofes für die Entwicklung der Protagonisten.