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"Teutonen" in Arkadien

Deutsche auswärtige Kulturpolitik und Kulturvermittlung in Italien von 1949-1970 zwischen Steuerungsversuch und dem Wunsch nach Anerkennung

Andrea Hindrichs

Die Arbeit untersucht erstmals umfassend die deutsche auswärtige Kulturpolitik gegenüber Italien in den ersten beiden Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg.

Die materialreiche Studie lässt die Akteure und Institutionen der deutschen Kulturarbeit im Bel Paese lebendig werden. Auf der Basis vielfältiger Quellen, zu denen auch Gespräche mit wichtigen Kulturvermittlern gehören, untersucht die Autorin die Versuche der Bundesregierung, einen «Auslandsknigge» für deutsche Italienreisende zu etablieren und dem Bild des «hässlichen Deutschen» in den italienischen Filmen der Nachkriegszeit entgegenzuwirken. Die Italiener für die Berlin-Frage zu sensibilisieren gehörte ebenso zu diesen Steuerungsversuchen wie die Betreuung der italienischen Gastarbeiter, die nach ihrer Rückkehr in die Heimat als wichtige Meinungsträger fungieren sollten.

Alle kulturpolitischen Aktivitäten der Nachkriegsjahre resultierten aus einer Mischung von offiziellen Maßnahmen seitens der Bundesregierung und dem Engagement von Einzelpersönlichkeiten. Erst mit der Formulierung der kulturpolitischen Leitsätze im Jahr 1970 bekam die auswärtige Kulturarbeit ein verbindliches offizielles Konzept.