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Heine – Ein Spötter von der traurigen Gestalt

Die Präsenz des «Don Quijote» und seines Autors Cervantes im Werk Heinrich Heines: Deutungsanalysen und Stilvergleiche

Julia Aparicio Vogl

Die Arbeit stellt die Frage nach dem Anspielungsgehalt, der Reichweite und den tatsächlichen Bezügen von Heines Selbstdeutungen, die er mithilfe von Cervantes und seinem Don Quijote, dem Roman wie der Figur, immer wieder neu entwirft. Die zahlreichen und verstreuten Quellen im fiktionalen, publizistischen und epistolarischen Werk Heines werden zum ersten Mal vollständig ausgeschöpft, dabei bleiben dem Leser die vielfältigen hermeneutischen Operationen plausibel und präsent. Im Verlauf dieser Ausarbeitung und im ständigen (Rück-)Blick auf den Cervantes-Roman werden die wichtigsten Stilmittel Heines und ihre Grundlagen in seinem Weltverhältnis und Dichtungsbegriff neu überdacht und konkretisiert, denn in der Tat gilt: Die in der älteren Heine-Forschung immer wieder beschworene, aber hier erstmals einer Plausibilitätsprüfung unterzogene Vorstellung einer Seelenverwandtschaft zwischen Cervantes und Heine wird sich auf die Gesamtheit von Leben und Werk beziehen lassen müssen.
Aus dem Inhalt: Analyse des Don Quijote mit Blick auf Heine: Figuren, Erzählkonzeption, Parodie und Satire, Reiseroman, Moderner Roman u.a. – Rezeptionsgeschichte des Don Quijote (Schwerpunkt: Aufklärung und Romantik) – Ironiekonzepte: Rhetorische vs. Romantische Ironie – Don Quijote bei Heinrich Heine: Deutungsanalysen – Ausgangspunkt: Heines Einleitung zum Don Quijote von 1837 – Stilistische, methodische und inhaltliche Vergleichsanalysen zu den Stichworten Idylle bzw. Idyllenkritik, Ironie bzw. Ironischer Bruch, Kontrastästhetik und direkten Stilanleihen – Resümé: Seelenverwandtschaft oder sogar Inspirationsbeziehung? Heine als Nachfolger des Cervantes.