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Poetische Übersetzungen und Gedichte

Faksimiledruck nach der Gesamt-Ausgabe von 1704 mit der Vorrede von Christian Gryphius

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Erika Metzger

Christian Gryphius veröffentlichte 1704 aus dem Nachlass die gesammelten Werke des schlesischen Landadligen Hans Assmann von Abschatz (1646-1699) unter dem Titel «Poetische Übersetzungen und Gedichte». Das späte Erscheinungsdatum dürfte nicht zuletzt dazu beigetragen haben, dass die Stellung dieses bedeutenden Dichters, den noch Benjamin Neukirch in seiner Anthologie «unter die Stützen unserer verfallenden Poesie» zählte, innerhalb des 17. Jahrhunderts eigentümlich unklar geblieben ist. Der Protestant Abschatz, in seiner Jugend Schüler Philipp Jakob Speners, später der Freund Lohensteins und Bewunderer Hofmannswaldaus, schuf die meisten seiner Gedichte wahrscheinlich zwischen 1664 und 1679. Durch seine Stellung als Landesbesteller zu den Fürstentagen in Breslau und als Abgesandter nach Wien war ihm die höfische Welt Habsburgs vertraut. Gleichzeitig finden wir in seinen Dichtungen die echte geistige Distanz zur Welt seiner Zeit. Erst der vorliegende Nachdruck macht wieder alle Texte zusammenhängend zugänglich. Der Band enthält die folgenden Gedichtzyklen, die bisher nur in Auswahl neu veröffentlicht worden waren: Alexandri Ademari übersetzte Scherz-Sonnette oder Kling-Gedichte, Anemons und Adonis Blumen, Himmel-Schlüssel oder geistliche Gedichte, Glückwünschungen an Gekrönte und Erlauchte Häubter, Leichen- und Ehren-Gedichte, Schertz-Grabschriften und Vermischte Gedichte. Von grossem Interesse dürfte auch Abschatz' Übersetzung des Schäferspiels «Il Pastor Fido» von Guarini sein, die ja von zeitgenössischen Kennern sogar der Übertragung von Hofmannswaldau vorgezogen wurde, sowie auch das beigegebene «Ehren-Gedächtniss».