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Räume der Einsamkeit bei Marcel Proust

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Werner Jost

Bewertung der Einsamkeit, Räume der Einsamkeit haben sich seit der Antike immer wieder gewandelt; dieser Wandel ist Indikator eines allgemeinen Bewusstseinswandels. Der Autor legt in seiner Studie u.a. dar, wie Prousts Roman diesen Weg ontogenetisch noch einmal nachvollzieht, bis hin zum 'offenen Raum', zur Auflösung des Interieurs, dem von Baudelaire beschriebenen Zustand, wo «multitude» und «solitude» vertauschbare Begriffe werden. Die Studie zeigt, dass für Proust Einsamkeit letztlich kein Wert an sich ist, sondern Mittel; dass es sich um keinen romantischen Mythos handelt, kein Aus-der-Welt-gehen, kein Leben im Elfenbeinturm. Prousts Interieur ist kein Weltersatz; es ist ein Raum, der Essentielles einlässt, vielfach reflektiert und auf eine neue Weise sichtbar macht.
Aus dem Inhalt: Ansichten des einsamen Raumes - Wunschbild Einsamkeit und Probleme der Distanz - Einsamkeit und Alleinsein in Combray - Ankunft in Balbec - Die Insel Doncières - Gefangenschaften - Der Raum des Künstlers.