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Schreiben im Alltag des 19. Jahrhunderts. Band 1

Das Schreib- und Schrifttschechische zur Zeit der nationalen Wiedergeburt (1790-1860) in Briefen der patriotischen Kreise

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Jana Strániková and Jirina van Leeuwen-Turnovcová

Das Buch präsentiert Alltagskorrespondenz aus dem familiären Umfeld der tschechischen patriotischen Intelligenz. Es handelt sich um Briefe der Mütter, Väter, Schwester und Brüder verschiedener Repräsentanten der Wiedergeburtbewegung (berücksichtigt wurden die Familien šembera, Hanka, Hulakovský, Havlíček Borovský, Jireček, Fingerhut/Náprstek und Pospíšil). Die Autorinnen konzentrieren sich auf Implikationen der "sozialen Unvollständigkeit" des tschechischsprachigen Böhmens, die sich in den Bildungsstandards, in der Beherrschung der schriftlichen Kommunikation und genereller in Ausformung der Literalität von Frauen und Männern dieser Zeit niedergeschlagen haben. Sie präsentieren ihr Material in generationeller und Genderanordnung. Vorgestellt wird auch die Korrespondenz von katholischen Geistlichen, die für die frühe Phase der Wiedergeburt wichtig waren. Den sozio-historischen Kontext ergänzen Ausführungen zu allgemeine Bildungs- und Schulpflicht, zur Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern, zu Geburtenraten in der unteren Mittelschicht, die anhand von Genealogien dieser Familien versinnbildlicht werden.
Sprache im Kontext der „nationalen Wiedergeburt“ - Diskontinuität versus Kontinuität des Schrifttschechischen - Handschriftliches Schreiben der unteren Mittelschicht ohne literarische Ambitionen - Das Schreiben der patriotischen Geistlichen - Allgemeine Schulpflicht und höhere Bildung in einer „sozial unvollständigen“ Gemeinschaft - Soziale Struktur des tschechischsprachigen Böhmens in der    ersten Hälfte des 19. Jh. und einige ihrer Implikationen -Der Weg zum Empfänger: Post- und Botendienste    im 19. Jahrhundert