Show Less
Restricted access

Das "Böse" im russischen Symbolismus. Bal'mont - Brjusov - Sologub - Remizov - Belyi - Blok

Series:

Jessica Kravets

Die Frage nach ethischen Wertbestimmungen ist besonders in Zeiten kulturellen Paradigmenwandels von Relevanz. Für den russischen Symbolismus als maßgebliche Strömung, die die Kultur der Moderne begründet hat, stand besonders die Frage nach der Realität des Bösen im Anschluß an Vladimir Solov'ev zur Diskussion. Die vorliegende Arbeit demonstriert, welche außergewöhnliche Intensität und Vielfalt die Auseinandersetzung mit dem Thema für die Literatur dieser Zeit gewinnt (Imagination des Bösen) und vor allem, welchen formalen Wandel - in der Sprache, der Erzählstruktur, der Vermittlungsinstanz - das "Andere" des Guten als Prinzip für die Autoren des Symbolismus in Gang setzt (Transformation des Bösen). Die Versuche einer Neuformulierung des Welt- und Menschenbildes stehen im Zeichen der metapoetischen Konzepte von der Freiheit des Ausdrucks (Konstantin Bal'mont), der Wahrheit der Kunst (Valerij Brjusov), der Dimensionen der Negativität (Fedor Sologub), der Beschwörung menschlicher "Bestialität" (Aleksej Remizov), der Versuchung durch das ewige "Andere" (Andrej Belyj) und der Poetizität des "Realen" (Aleksandr Blok).

II. DER TEUFEL ALS SYMBOL DER FREIHEIT: KONSTANTIN BAL’MONTS „CHUDOŽNIK–D’JAVOL“  - 1. Der Künstler als „Sänger des Bösen“ - 2. Die Ambivalenz des Bösen in „Chudožnik – D’javol“ - 3. Der Teufel als Symbol der schöpferischen Freiheit  - III. SATAN – „VATER DER LÜGE“: VALERIJ BRJUSOVS „OGNENNYJ ANGEL“ - 1. Die Macht des Bösen und die Ohnmacht des Menschen - 2. Der Teufel als lügnerischer Widerpart Gottes - 3. Kunst und Lüge - IV. DAS BÖSE ALS DESTRUKTION DES SINNS: FEDOR SOLOGUBS „MELKIJ BES“ - 1. Zum geistesgeschichtlichen Kontext des Romans - 2. Die Verkörperung des Bösen im „Ich“ – Peredonov  - 3. Die Symbolisierung des Bösen im „Nicht-Ich“– peredonovš>ina - 4. Der Kampf mit dem Bösen – Nedotykomka  - 5. Die Omnipräsenz des Bösen in der Welt - 6. Zur „Realität“ des Bösen - V. DAS ÜBEL IN DER WELT UND DIE MENSCHLICHE BESTIALITÄT: ALEKSEJ REMIZOVS „CERTIK“ - 1. Glanz und Elend des Bösen - 2. Das Ausmaß des Unheils – das Thema des Bösen in Remizovs Schaffen - 3. Die Bestie Mensch – Remizovs „ - Certik“ - 4. Das Böse als Entfremdung  - 5. Die Bewältigung des Bösen im Spiel  - VI. DIE VERSUCHUNG DURCH DAS „ANDERE“: ANDREJ BELYJS „SEREBRJANYJ GOLUB’“ - 1. Die Vordergründigkeit des Bösen - 2. Die Abgründe des Bösen - 3. Krise des Bösen – Krise des Symbolismus - VII. „SVJATAJA ZLOBA“: ALEKSANDR BLOKS „DVENADCAT’“ - 1. Die Rechtfertigung des Bösen - 2. Christus oder Antichrist -