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Tajmyr-Pidgin-Russisch. Kolonialer Sprachkontakt in Nordsibirien

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Dieter Stern

Anders als die westeuropäischen Überseeimperien ist das Russische Reich bisher weit weniger als Kolonialreich in den Blick genommen worden, und doch finden sich hier bei näherem Hinschauen ähnliche Begleiterscheinungen kolonialer Erstbegegnungen wie in den überseeischen Besitzungen westlicher Länder. Mit dem vorliegenden Buch soll anhand des regionalen Fallbeispiels der sich bis jenseits des Polarkreises erstreckenden Taimyr-Halbinsel die sprachliche Seite der sibirischen Landnahme durch Trapper und Siedler in ihren Kontakten mit indigenen Bevölkerungen in den Blick genommen werden. Allein dank glücklicher Umstände hat sich auf der Tajmyr bis in die jüngste Vergangenheit eine Kontaktsprache erhalten, die zwar den gängigen Definitionen eines Pidgins entspricht, in struktureller Hinsicht aber den Rahmen des für ein Pidgin Erwartbaren überschreitet. Das verwendete sprachliche Material hat der Autor über die letzten 10 Jahre in Feldaufenthalten auf der Tajmyr zusammengetragen. Der vorliegende Band erhält damit einen zusätzlichen Wert als einziges umfassendes Zeugnis des letzten Pidgins auf russischer lexikalischer Basis aus der Epoche der sibirischen Landnahme.
 Der Wirtschafts- und Kommunikationsraum Tajmyr als Schauplatz und Vorbedingung der Pidgin-Genese - Ökolinguistische Rahmenbedingungen - Die Quellen des TPR - Linguistische Analyse des TPR