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Romantiktradition und früher Realismus

Zum Verhältnis von Gattungspoetik und literarischer Praxis in der Restaurationsepoche (Tieck-Immermann)

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Beate Mühl

Das Prosawerk der eher als konservativ geltenden Dichter Tieck und Immermann ist weder für sich allein, noch bezogen darauf, welche veränderten Einschätzungen des umstrittenen Zeitraums vom frühen 19. Jahrhundert bis zu dessen Mitte dadurch möglich und nötig werden, befriedigend untersucht worden. Die Operationalität der späten Novellen Tiecks und der Novellen und Romane Immermanns, in denen Zeitgenössisches facettenreich arrangiert und montiert ist, entzieht sich sowohl einseitig politischer Anforderung wie reglementierter künstlerischer Norm. Die Arbeit versucht, die pragmatischen Gestaltungsversuche epochenbestimmender Probleme als Tradierung romantisch-kritischen Potentials zu begreifen und neue Gesichtspunkte für eine Bestimmung der Restaurationsepoche aufzuzeigen.
Aus dem Inhalt: Dichtertum und gesellschaftlicher Verständigungsprozess - Kunstproduktion als Warenproduktion - Der «Realitätseffekt» - Münchhausens Phantasie und die Parodie politischer Handlungsbegründung - Die Wundersüchtigen (1829): Ein Beispiel von Alltagsgeschichtsschreibung - «Wunderbares» als Fahnenwort einer sich ästhetisch begründenden Gesellschaftskritik - Umdeutungen.