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Parallele Ägypten

Die epochengeschichtlichen Verhältnisse in der ägyptischen und deutschen Literatur des 20. Jahrhunderts- In Zusammenarbeit mit den Mitgliedern des Projekts «Kairener Gegenwartsdiagnose»

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In den verschiedensten Lebensbereichen vollziehen sich die menschlichen Tätigkeiten immer im Rahmen unbewusst erfahrener epochaler Sinnsysteme. Diese Entdeckung wurde seit den sechziger Jahren von mehreren Forschern gemacht. Bei der wissenschaftlichen Deutung der zunächst nur an sehr abstrakten Strukturen fassbaren epochalen Sinnsysteme erwies sich eine Orientierung am Lebensbereich der Dichtung als sehr hilfreich. Offen war die Frage, ob epochale Sinnsysteme auch ausserhalb der westlichen Kultur vorfindlich seien. Um sie zu beantworten, wurde an der Kairo Universität ein Forschungs- projekt etabliert, in dem repräsentative ägyptische Dichtungen des 20. Jahrhunderts untersucht wurden. Das Ergebnis war über- raschend: die ägyptischen Schriftsteller haben dieselben epochalen Sinnsysteme erfahren wie die mitteleuropäischen und sie vollzogen den Übergang in ein jeweils neues Sinnsystem immer nahezu gleich- zeitig. Dieses ist mit den traditionellen geschichtstheoretischen Vorstellungen nicht zu vereinbaren und stellt darum für deren Vertreter eine Herausforderung dar.
Aus dem Inhalt: Der Erfahrungsgang von Taufik El-Hakim, Naguib Mahfouz und Jussef Idris - Die wichtigsten komponentialen Motive in der ägyptischen Dichtung - Korrespondenzen zwischen der ägyp- tischen und der deutschen Dichtung im 20. Jahrhundert.