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Das Palais du Roi de Rome auf dem Hügel von Chaillot

Percier - Fontaine - Napoléon

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Hans-Joachim Hassengier

Innerhalb der europäischen Palastbaukunst stellen die Entwürfe für das Palais du Roi de Rome einen der letzten Versuche dar, ein Gesamtkunstwerk zu schaffen. Napoléon I., zeitweise der mächtigste Herrscher Europas und Gründer einer Dynastie, beauftragte seine Stararchitekten Fontaine und Percier mit der Konzeption eines Schlosses, das in der kunsthistorischen Ableitungsskala sowohl auf Formengut der imperialen römischen Antike und italienischen Renaissance als auch auf Motive des klassischen französischen Barock zurückgreift. Als völlig eigenständige Schöpfung muss die zentrierte Innenraumdisposition angesehen werden, die Privatsphäre und Repräsentationsbedürfnis des Herrscherpaares in einer Vierflügelanlage kombiniert. Über den Palast, seinen Garten und Park hinaus, plante der Auftraggeber mit seinem Architektenteam eine wesentliche Stadterweiterung im Westen von Paris, die in delikater Mischung die Machtstrukturen im napoléonischen Staatsgefüge gespiegelt hätte. Eingebunden in die Kunstszene des 1. Kaiserreiches und in die europäische Stilstufe des Klassizismus präsentieren sich Percier und Fontaine, deren Rang bislang hauptsächlich auf dem Gebiet der Innenraumdekoration gewürdigt wurde, auch im Bereich der «grossen» Architektur als Vorreiter für die Entwicklungen im 19. Jahrhundert.
Aus dem Inhalt: Leben und Werk der Architekten - Der Bauherr Napoléon - Die Geschichte des Palais du Roi de Rome - Die Abfolge der Innenräume und ihrer Funktionen - Die Garten- und Parkanlage - Kunsthistorische Ableitung - Weitere Pläne für ein Palais - Pläne zur Stadterweiterung - Die Entwicklung des Bauplatzes bis heute.