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Ästhetik der Ambivalenz

Studien zur Struktur «postmoderner» Lyrik - exemplarisch dargestellt an Rolf Dieter Brinkmanns Poetik und dem Gedichtband «Westwärts 1 & 2»

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Hansjürgen Richter

Der Verfasser beschreibt den Versuch einer programmatischen Selbstkonstitution der «Postmoderne» zwischen den Polen des Autonomiekonzepts der Moderne und der Realitätsverfallenheit als Authentizitätsanspruch, zwischen avantgardistischer Materialbewusstheit im Umgang mit Sprache und spontanen Assoziationssprüngen, die mit dem Anteilhaben an sprachlicher Zeitgenossenschaft begründet werden, zwischen lebensweltlich gesteuerter Selektion von Wirklichkeitsmaterial und dessen verfahrensautonomer Kombination.
Aus dem Inhalt: Der Verfasser weist das grundlegende Dilemma der «Postmoderne» nach: Sie adaptiert in der Oberflächenstruktur montageähnliche Verfahrensweisen des nicht-organischen Kunstwerks, hat also an der Moderne stärkeren Anteil als ihrer Programmatik entspricht, insistiert jedoch nach wie vor auf der Wahrheit der produktiven Phantasie. Es zeigt sich, dass die beinahe hybride Selbstgesetzlichkeit eines konservativen Kunstverständnisses die Textproduktion steuert.