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Georg Kaisers «Gas I»

Textanalyse und Konzept einer szenischen Realisation

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Peter Schlapp

In der gegenwärtigen Theaterpraxis finden die Dramen des Expressionis- mus gemessen an ihrer Vielfalt nur relativ geringe Beachtung. Trotz gegebener thematischer Affinität der Inhalte trifft der Gestus der Dramen weitgehend auf Vorbehalte. Die Literaturwissenschaft beschäftigt sich zwar nachdrücklich mit den expressionistischen Dichtern und ihren Werken, die vorliegenden Arbeiten beschränken sich jedoch auf die Untersuchung von literarischen Einzelphänomenen, der ihnen immanente theatralische Aspekt bleibt jedoch in der Regel ausgeklammert. Mit einer genauen Analyse beider Aspekte - des literaturwissenschaftlichen und theaterpraktischen - will die Arbeit einen neuen Ansatz zu einer fruchtbaren Auseinandersetzung mit dem Drama des Expressionismus am Beispiel von Kaisers «Gas I» formulieren. Im Zentrum stehen die damals wie heute aktuellen Fragen nach dem «neuen» Menschen, der Aufruf zu einer individuellen Bewusstseinswandlung und die Forderung nach einer gesellschaftlichen Veränderung. In der Summe: die Frage nach der «gesellschaftlichen Pointe» des Stückes. Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Analyse im ersten Teil sind im zweiten die Grundlage für ein mögliches Konzept ihrer theatralischen Umsetzung auf der Bühne.