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Kafkas «Verschollener» - ein Bildungsroman?

Die Sonderstellung von Kafkas Romanfragment «Der Verschollene» in der Tradition des Bildungsromans

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Jürgen Pütz

Obwohl die Kafka-Literatur bereits seit geraumer Zeit nicht mehr zu überschauen ist, hat die Fragestellung der Untersuchung das Interesse der Wissenschaftler bislang nicht gefunden. Dabei lässt sich von Goethes «Wilhelm Meister» bis zu Kafkas «Verschollenem» eine interessante Entwicklungslinie aufzeigen. Der Bildungsroman goethescher Prägung, bei Keller behutsam korrigiert und bei Stifter künstlich rekonstruiert, besitzt im 20. Jahrhundert kaum noch Authentizität. Es wird gezeigt, wie das für den traditionellen Bildungsroman so entscheidende Wechselverhältnis von Held und Welt bei Kafka seine positive Bedeutung verloren hat. Karl Rossmann, der Held des «Verschollenen», ist der ihn umgebenen Welt hilflos ausgeliefert.
Aus dem Inhalt: Die Tradition des Bildungsromans bei Goethe, Stifter, Keller, Thomas Mann und Grass - Das gestörte Verhältnis von Individuum und Gesellschaft in Kafkas «Verschollenem» - Utopie und Satire im Schlusskapitel.