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Abraham

Eine sozialgeschichtliche Studie

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Udo Worschech

Die anhaltende «Patt-Situation» in der alttestamentlichen Wissenschaft hinsichtlich der Historizität und Datierung der Erzvätertraditionen versucht der Autor von einem sozialgeschichtlichen Ansatz her zu lösen. Das sozio-ökonomische Milieu Abrahams entspricht aufgrund des altorientalischen (z.B. Mari) und neuzeitlichen Vergleichs- materials dem Halbnomadentum, d.h., dem nach der ethnologischen Kategorie zu differenzierenden Typus des «Transhumanten». Das soziale, religiöse und rechtliche Verhalten Abrahams entspricht dieser Gesellschaftsform und lässt sich von daher deuten (Transhumanz und Anbetung, Konfliktlösung durch Stämmeteilung bzw. «Verträge», usw.). Die so gewonnene Transparenz des sozio-ökonomischen Milieus der Abrahamstradition betont die Autarkie der Familie, und die Prädominanz des Sippenführers in sozialen, rechtlichen und religiösen Entscheidungen. Daraus folgt die Interdependenz der sozialen, rechtlichen und religiösen Handlungs- und Verhaltensweisen, die die Traditionen kennzeichnen.
Aus dem Inhalt: Lebensraum und Lebensform der Abrahamsippe - Die Vielschichtigkeit des sozialen Milieus der Halbnomaden - Die Wanderung der Abrahamsippe - Die Vätergottreligion und die El-Epitheta im Kontext der persönlichen Frömmigkeit der Abrahamsippe - Rechtsbräuche und Väterglaube.