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Die Heilung des Wahnsinns bei Goethe: Orest, Lila, der Harfner und Sperata

Zum Verhältnis von Literatur, Seelenkunde und Moral im späten 18. Jahrhundert

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Die Heilungen des Wahnsinns bei Goethe sind bislang noch kaum auf ihren psychiatriegeschichtlichen Kern hin untersucht worden. Hier versucht die Arbeit - ohne gleichzeitige moralische und literarische Dimensionen und Hintergründe der Heilungsdarstellungen aus den Augen verlieren zu wollen - Neuland zu erschliessen und für das Verständnis von Goethes Texten fruchtbar zu machen. Zu diesem Zweck werden die Heilungen Lilas und Orests und die Heilungsversuche beim Harfner und bei Sperata («Lehrjahre») im Kontext goethezeitlicher Therapiekonzepte situiert und als sogenannte «psychische Kuren» identifiziert und interpretiert. Dadurch erhofft sich die Arbeit vor allem für das in der Forschung vieldiskutierte und noch immer nicht wirklich geklärte Problem der Heilung Orests in der «Iphigenie» neue Aufschlüsse und Einblicke.
Aus dem Inhalt: U.a. Goethes Heilungsdarstellungen im Kontext seelenheilkundlicher, literarischer und moralischer Therapiemodelle - Die Heilung Orests als «psychische Kur» - Heilungsversuche und therapeutische Praktiken in den «Lehrjahren» - Bürgerlichkeit, Moralität und Wahnsinnstherapeutik im ausgehenden 18. Jahrhundert.